29/07/10
Das Krustenbrot: Erste Metalüv Hörgeschichte
Herzlich möchte ich die geneigten Leserinnen und Leser einladen, dem ersten kleinen Versuch der Metalüv-Hörgeschichten ein Ohr zu leihen. Später kann bei Interesse dann das Buch "Ich bin eine Ratte" vertont in mehren Teilen zur Verfügung stehen. Allerdings wird dafür auch noch ein geeigneter Server / Upload-Dienst gesucht.
Wir beginnen mit einer unheimlichen Anekdote aus den Tiefen der Fränkischen Schweiz, die berühmt ist für ihr unerreichtes, doppelt gebackenes Krustenbrot: Um einen noch besseren Geschmack zu errreichen, muß ein Bäcker schon den Pakt mit dem Teufel eingehen. Einer wagt es.
Hier geht es zum (kostenlosen) mp3-Download der Kurzgeschichte: ⇒ Das Krustenbrot . Viel Vergnügen.
So sieht ein Laib Brot aus.
Über die Macchiato-Mütter
Eine zornige und lesenswerte Antwort auf einen recht weinerlichen, geradezu aemanzipatorischen Beitrag von alleinerziehenden, "Soja-Latte-macchiato" schlürfenden Prenzlauer Berg-Müttern in der TAZ. Treffendes Zitat:
"Macchiato-Mütter verkörpern das spät- und spießbürgerliche Westdeutschland. Sie machen allein ihre Geschlechterdifferenz, über die Frauen wie ich aus dem Osten nicht einmal nachdenken, zum Maßstab. [...] Ich bin Mutter, also bin ich. Ich bleibe jetzt erst mal ein paar Jahre mit den Kindern zu Hause. Das kann ich mir leisten, mein Mann hat ja eine Superstelle." - weiterlesen
Bei der Gelegenheit noch eine Notiz aus der jüngeren Vergangenheit:
Es schrieb der Schockwellenreiter: "Alice Schwarzer [fordert Netzsperren], und Stephanie zu Guttenberg (Ehefrau) bestätigte alle Blondinenwitze der Welt. "
Sexismus von Feinsten, möchte man meinen. Richtig! Aber nicht etwa durch ihn. Sondern durch die Sendemacher der Maybritt Illner-Sendung: Wer diese Ehefrau, wie er sie ganz richtig nannte, einlädt, der tut das nicht wegen ihrer überragenden Kompetenz - die ihr in dieser Sache wohl eindeutig abzusprechen ist - sondern weil sie so wundervoll blond ist, tolle Schuhe trägt und ein absolut makelloses Schampoowerbungsgesicht zur Schau trägt und vor allem eben einen ganz bestimmten Ehemann hat. Da trieft es geradezu übers Kameraobjektiv. Und Alice Schwarzer sitzt daneben und bemerkt es nicht einmal. Großartiges Kino.
28/07/10
Vorfühlen: Jugger-Fanzine
An die Juggerbegeisterten:
Aus der umwerfenden Beteiligung an Wiki
und (derzeit RIP) Lüneburger Jugger-Blog scheint es zwar nicht so
richtig vielversprechend zu sein aber ich will trotzdem mal nachfühlen:
Wie wärs, wollen wir mal ein "Jugger-Fanzine" machen? Jibbit dann als
PDF, wenns fertig ist.
Da könnten dann Einzelne oder Vereine interessante Beiträge reinbringen, ein paar Ideen dafür:
- eine Betrachtung über die Jugger-Liga-Entwicklung,
- ein Praxisvergleich der Turnierwertungssysteme,
- der schönste Schädel des Jahres,
- Stories über Begegnungen der Dritten Art mit dem Amtsschimmel bei Vereinseintragsversuchen,
- Absurditäten aller Art beim Training, mit Ordnungsämtern usw.,
- ungewöhnliche Pompfenbauweisen (mit Illus) ...
Ich würde das Ganze korrigieren, (ja, schön bunt) setzen und habe einen Grundstock an verwendbaren Bildern, sodaß es daran nicht scheitern würde. Aber es werden Inhalte, also TEXTTEXTTEXT (nennt sich Schreiben), benötigt. Mit fünf Bier pro Beitrag kann ich nicht dienen (und will ich nicht, ein Fanzine ist nicht von einem für alle, sondern muß eine Sache VON uns FÜR uns sein *ähem*), aber vielleicht tut ja ein neues Juggerbuch für den besten Artikel Appetit machen ... das ist halt das, was ich so zu vergeben hab
Na wat is? Geht da was?
26/07/10
Schwärzung von Tagesthemen-Inhalten "aus rechtlichen Gründen"
Nun bietet die ARD löblicherweise ihre Tagesthemen im Internet zum Ansehen und Download an. Aber das ist doch reichlich sinnlos, wenn immer öfter in letzter Zeit, so scheint es zumindest mir, folgende Nachricht auftaucht:
Tagesthemen vom 26.7.10, 02:28
"Diese Bilder dürfen im Internet aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden"? Bitte? Bei einer Reportage über ein Massenunglück? Was bitte soll das darstellen, das Verständnis der von uns Bürgern (wir erinnern uns an die formschönen GEZ-Drückerkolonnen-Werbespots der Vergangenheit) immerhin gut finanzierten Öffentlich-Rechtlichen vom Internet? Eine Bluescreen? Im Ernst? Und ab morgen macht Ihr auf Hörfunk oder wie? Das nenne ich Fortschritt.
Was für ein Treppenwitz. Da sieht man, was man davon hat, wenn eine Politik von keiner Sachkenntnis geschlagen aber von vielen Lobbyisten umschmeichelt fröhlich Entscheidungen trifft. Das Urheberrecht dermaßen ad absurdum führen, daß ein führender akademischer Verlag gegen seine Autoren Amok läuft, wenn es um fünfhundertachtzigprozentige und vor lauter Angst vor den "Rechteinhabern" völlig widersprüchliche Zitierkonventionen geht (dort geht es dann um Bildzitate). Passt hervorragend zu Forderungen wie "Alterskennzeichnung" von Internetinhalten, Stoppschildern, "Öffnungszeiten" von Webseiten und anderen im Vollrausch erbrochenen Weisheiten der PR-Strategen unserer Führungsriege. So viel Gras kann gar nicht auf Erden wachsen ...
24/07/10
Jugger-Sportsymbol-Wettbewerb
Seit einiger Zeit stoße ich immer wieder auf die Frage, ob es nicht
ein passendes Piktogramm / Sportsymbol für Jugger gibt. Daher würde ich
gern eine Art Mini-Wettbewerb anstoßen:
Wer Lust hat, macht einen Entwurf für ein Sportpiktogramm zu Jugger bis zur Deutschen Meisterschaft (Einsendeschluss 11.9., Bilddatei per Mail an mich oder ins Forum). Danach machen wir bis 15. Oktober eine Abstimmung übers Forum, welches der "Gemeinde" am besten gefällt. Als Preis für den Gewinner lege ich ein Exemplar des neuen, dann gerade frisch erschienenen Jugger-Buchs vom Archiv der Jugendkulturen in den Korb. Wer sich mit Preisen für den ersten oder andere Plätze beteiligen will, ist natürlich herzlichst willkommen ...
So bekommen wir (hoffentlich) eine Reihe von Entwürfen und haben gleichzeitig einen netten kleinen Grafik-Wettbewerb.
Voraussetzungen:
- Es muß ein grafisches Symbol in schwarz-weiß mit eventuell max. 1 Graustufe sein (eher ohne Grau)
- es sollte beispielsweise angelehnt an den sachlichen Stil der von Otl Aicher für die Olympiade 1972 entworfenen Piktogramme (Beispiele zur Inspiration), oder an das Design von sachlichen (!) Piktogrammen anderer Olympiaden,
- ein möglichst klares Symbol,
- ein möglichst zeitloses, also nicht geschmäcklerisches Symbol (keine übertrieben geschnörkelten Linien usw.)
- eine Figur oder zusammenhängende Figurengruppe (nicht zwei sich zugewandte Figuren usw., sondern z.B. zwei Figuren hintereinender wie beim Symbol für Tanz),
- nur Graustufen oder Schwarzweiß,
- eine Beteiligung von mindestens 5 Personen, die abstimmungsfähige Piktogramme einreichen.
Zwei Beispiele aus meiner Feder (inspiriert durch die Juggerhood of Saar):
OpenOffice-Vergnügen im professionellen Einsatz
An sich bin ich mit OpenOffice als Texteditor sehr zufrieden. Auch seine anderen Module funktionieren prächtig. Und der Funktionsumfang in Version 3 ist vollkommen ausreichend, ja luxuriös.
Um so ärgerlicher ist es, wenn das Programm (immerhin wie gesagt mittlerweile in Version 3) grundlegende Fehler erzeugt, die das professionelle Arbeiten damit fast unmöglich machen. Gerade haben sich bei der Bearbeitung eines mäßig langen Textes (200 Seiten, keine besonderen Formatierungen aber einige Formatvorlagen, keine Bilder) nach dem Erhalt von markierten Änderungen eigene, neu eingefügte Änderungen nach dem Zufallsprinzip partiell "entmarkiert" - sie sind zwar noch vorhanden, aber die Auszeichnung als "Änderung" ist verschwunden. Und das kurz nachdem die Lektorin eines anderen Verlages sagte, sie verzichte auf diese Funktionen, weil häufig - auch unter M$ Word - Fehler aufträten. QED.
Außerdem versuchte OpenOffice beharrlich, das Dokument zuerst im "Weblayout" (wozu immer das in einem Textprogramm von Nutzen sein soll - fürs Web gibt es jEdit oder Dreamweaver) zu öffnen.
Ärgerliche Fehler an grundlegenden Funktionen: Auf die exakte Erhaltung der Texte und der Änderungsmarkierungen muß sich ein Autor absolut verlassen können. Schade. Vertrauen erweckt ein solches Verhalten nicht. Und der Bug Report von OOo ist einfach zu kryptisch organisiert.
Gute alte Zeit der Papierkorrekturen ...
22/07/10
Über die Vertraulichkeit des E-Post-Briefes
Zur Kenntnis, weil es eine gerade mit viel Tamtam durchs mediale Dorf getriebene Sau ist:
Der E-Post-Brief der Deutschen Post scheint zwar mächtig zu glänzen, jedoch nur einen begrenzten Goldanteil zu haben:
"VVon einer regelmäßigen Kenntnisnahme eines E-POSTBRIEFS mit elektronischer Zustellung durch den Privatkunden ist daher spätestens am Werktag nach Eingang im Nutzerkonto auszugehen. [...]
Falls der Veröffentlichung der Daten im Adressverzeichnis zugestimmt wurde, können diese Angaben [...] an andere registrierte Geschäftskunden / Versender auf Anfrage auch beauskunftet werden. Dabei nennt der Geschäftskunde Name und Postanschrift des Empfängers. [Dann wird]die E-POSTBRIEF Adresse des Empfängers [ermittelt] und [die Post] teilt sie dem Geschäftskunden mit [...]
Folglich ist sie im Rahmen der engen gesetzlichen Vorgaben zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zur Herausgabe einer Nachricht – ggf. unverschlüsselt – vor allem an Verfassungsschutzbehörden verpflichtet. [...]
Es wird darauf hingewiesen, dass Daten, die in dem Nutzerkonto gelöscht wurden, ggf. zunächst nur gesperrt und dann erst mit zeitlicher Verzögerung endgültig gelöscht werden."
18/07/10
"Leistung muß sich lohnen": Nicht für Hebammen
Hebammen sind nicht nur Protagonisten in historischen Romanen. Es gibt sie wirklich - und das auch jenseits des Krankenhauses. Wem es wenig attraktiv vorkommt, ein Kind ausgerechnet in einer Heilanstalt für Kranke zur Welt zu bringen, und medizinisch keine Komplikationen zu erwarten hat, der kann sich seit einigen Jahren auch in ein Geburtshaus begeben.
Und solche Geburtshäuser sind sehr zu empfehlen. Beispielsweise das Geburtshaus
am Treptower Park: In einer geräumigen Altbau-Erdgeschosswohnung
stehen dort mehrere Geburtsräume zur Verfügung, die alle die Atmosphäre
von angenehmen, warmen Schlafzimmern haben - inklusive Sitzbadewanne und
allerlei merkwürdigem Gerät, dessen Funktion sich im Laufe der Geburt
erschließen mag. Doch das ist bei Weitem nicht das Einzige. Während der
Geburt steht eine Hebamme zur Seite, die die werdende Mutter (und
eventuell auch der werdende Vater) vorher bereits in einem
Geburtsvorbereitungskurs und in Vorgesprächen gut kennengelernt hat.
Keine Schwester "vom Band" also. Und mit ihrer Praxiserfahrung dürfte
die Hebamme Ärzte um Längen schlagen. Sie weiß, was sie tun muß, auch
ohne brachiale Mittel der Schulmedizin, die bis vor Kurzem noch die
Geburt im Liegen propagierte und wohl äußerst schneidfreudig zu Werke
ging, wenn das Neugeborene sich Zeit ließ - frei nach dem Motto, es läßt
sich ja wieder flicken. Und im Anschluß an die Geburt kommt die Hebamme
erst jeden Tag, dann alle zwei Tage zu Hausbesuchen und hilft den
frischgebackenen Eltern bei den ersten Schritten im Umgang mit dem
kleinen Wesen.
Hinzu kommt, daß der Besuch eines Geburtshauses keineswegs eine Sache für die gutverdienende Mittelschicht wäre. Sie ist nicht teurer als eine Klinikgeburt (zuzüglich einer verschmerzbaren Rufbereitschaftspauschale, dafür steht die Hebamme dann aber auch rund um die Uhr mit telefonischem Rat oder, wenn das Kind kommt, ganz praktisch bereit). Aber mit Sicherheit ist sie um Längen angenehmer, familiärer und streßfreier.
Insgsamt gibt es also eigentlich kein Argument, sich eine Klinikgeburt anzutun, wenn es nicht medizinisch notwendig ist. Aber wie es so oft mit sinnvollen Dingen ist, die noch dazu von Freischaffenden verfolgt werden: Unser Staat, dessen Regierung großmäulig ein "Leistung muß sich wieder lohnen" erbricht, kürzt selbstverständlich zuvorderst bei sinnvollen, nichinstitutionalisierten Diensten wie diesen. Nun fordern viele Stellen berechtigterweise Geld, und der Topf ist begrenzt (außer in Sachen Bankenfiannzierung). Aber es muß schon kritisiert werden, daß an vielen Stellen das Geld mit beiden Händen aus den Fenstern geworfen wird, beispielswiese im Rahmen von Konjunkturpaketen, deretwegen in Franken völlig intakte Straßen kilometerweise aufgerissen und neu geteert swie harmlose Hügelkuppen abgefräst werden, oder beim Bau angeblich so sinnvoller A100-Verländergungen, und und und.
Hingegen wurde die Vergütung für Hebammen zwar zum 1. Juli erhöht. Da aber zugleich die Beiträge für die Haftpflichtversicherungen extrem angestiegen sind, wird unterm Strich die harte Arbeit der freien Hebammen unrentabel für sie. Und wir sprechen hier nicht vom gemütlichen 8-Stunden Tag, bei dem sich vermutlich gemäß der Politik "Leistung wieder lohnen" soll, sondern von Bereitschaft rund um die Uhr (Geburten lasen sich selbst heute leider nicht per Terminplan festsetzen) und aufopferungsvoller Hingabe. So kritisiert der Hebammenverband,
"dass in der Schiedsstelle keine angemessene Gebührenerhöhung vereinbart werden konnte, die die gestiegenen Haftpflichtprämien kompensiert. Wenn es nicht gelinge, eine realistische Perspektive für die freiberuflich tätigen Kolleginnen zu entwickeln, so die Präsidentin des deutschen Hebammenverbandes Martina Klenk, `werden noch viele die Geburtshilfe aufgeben`." - Quelle
Immerhin haben sich 106.000 Menschen in einer Online-Petition gegen diese Mißstände gewandt - ob dies etwas fruchten wird, muß die Zukunft zeigen. Ganz im Sinne von Volker Pispers: "Würde man die [die "Leistung muß sich wieder lohnen" rufen] nach Leistung bezahlen, wären wir viele von denen wieder los."
16/07/10
Die Piratenpartei und der antisemitische Kraken
Vor längerer Zeit tat sich der Vorsitzende der Piratenpartei mit beachtlichem Unwissen hervor, als er der "Jungen Freiheit" ein Interview gab, ohne nach seinen Worten von deren politischer Ausrichtung Kenntnis zu haben (was für viele Parteigenossen offenbar auch kein Problem darstellte). Angesichts dieses Umstandes täte der Partei ein wachsamerer Umgang mit diesen Themen wohl.
Wie im NPD-Blog zu lesen, nutzen nun die Piraten fast
darstellungsgleich ein Symbol der NSDAP-Propaganda für ihre Kampagne
gegen ACTA. Die hier gewählte spezifische Darstellung des Kraken als
erdballumspannendes Monstrum entspricht nicht nur der Bildsprache der
NSDAP in diesem einen Falle (und eben diese Überschneidungen sind das
Problem, nicht die Verwendung eines Kraken per se), sondern auch dem
Wesen des diffusen, mit den Ängsten der Menschen vor einer hinter den
Kulissen agierenden Macht spielenden Antisemitismus. Hinzu kommt, daß
auch Teile der extremen Linken vor Antisemitismus nicht gefeiht sind.
Derlei Parallelen zu tolerieren, zeugt nicht nur von einem mangelnden
Geschichtsbewusstsein, sondern auch von Naivität.
Ihren antirechten Anhängern, derer sie ja mit Sicherheit viele hat, erweist diese Partei damit jedenfalls einen Bärendienst. Da hilft es auch nicht, wenn in den Kommentaren in oft recht kindischem Ton auf andere Krakendarstellungen verwiesen wird. Vielmehr wären die Kommentatoren wohl beraten, die Kritik ernst zu nehmen; sonst finden sie sich möglicherweise irgendwann in Gesellschaft wieder, die sie gar nicht wünschen.
Ihrem Ansehen als ernstzunehmende Partei oder gar als Alternative zu den Etablierten ist solcherlei jedenfalls nicht gerade dienlich.
Addendum: Es findet sich inzwischen eine Kurzanalyse des Plakats beim NPD-Blog. Die Kommentare bestätigen wieder ein eher infantiles Bild der Partei.
15/07/10
Illustriert am ZX Spectrum: Unterschiedliche Elektronikstandards von USA und GB/Europa
Das Labyrinth verschiedener Standards in der Elektronik von USA und
England/Europa illustriert an einer Computerlegende, dem ZX
Spectrum-Computer.
14/07/10
Die spinnen, die Briten
"Vor allem Unternehmen [untersagen] im voreilenden [sic] Gehorsam vor allem Männern ganz den Kontakt mit Kindern [...]: Erst gerade wurde ein werdender Vater vom Platz neben seiner schwangeren Frau vertrieben. Er hätte dort neben einem 12-jährigen, ihm fremden Jungen gesessen." - weiterlesen
Pathetic.
Nachtrag: Die Britten spinnen wirklich.
Denn dieser Schutz
gilt offenbar nicht für inhaftierte Jugendliche: 'Drive fingers
into groin' und andere kindgerechten Behandlungsmethoden sollen laut
Observer in einem geheimen Handbuch in Privatgefängnissen stehen. "Some
of the restraint and self-defence measures approved by the Ministry of
Justice include ramming knuckles into ribs and raking shoes down the
shins. [...] Published by the HM Prison Service in 2005 and classified
as a restricted government document, the manual guides staff on what
restraint and self-defence techniques are authorised for use on children
as young as 12 in secure training centres. The centres are purpose-built
facilities for young offenders up to the age of 17 and run by private
firms under government contracts." - weiterlesen
11/07/10
Kälte, Hitze, für die Bahn eine Herausforderung
Schneit es mal, kommt das für die Bahn jedes Mal völlig unerwartet, wie es scheint - aber ist es etwas wärmer, dann fällt schon mal die ganze Klimaanlage in einem ICE aus und eine Schulklasse muß ins Krankenhaus - Hauptsache, ein paar Herren ganz oben können ihre Fieberträume von Börsengang und Volksenteignung fortsetzen. Und Saunen soll ja ohnehin gesund sein.
Wie am unfasslichen Debakel der kaputtgesparten Berliner S-Bahn gezeigt, ist der Mensch hier ohnehin offenbar nur mehr Ballast. Hauptsache, man baut schicke neue Bahnhöfe und poliert alldieweil sein "Image" für das einzig Wichtige in unseren Zeiten auf. Und das ist gewiss nicht der Bürger.
10/07/10
Eine amtliche Jurtenburg
Ziel: Eine Jurtenburg aus fünf Jurten (zwei Komplettdächer und drei Knüpfdächer) mit Turm.
Anstelle eines Dreibeins aus Baumstämmen wurde ein 8 Meter langer Dachbalken mit dem Spaten im Boden versenkt ... und das Zentralzelt daran hochgezogen.
Die übrigen Jurten werden im Halbkreis um den Turm herumgebaut ... rechts die noch nicht abgespannte Jurtenburg
Errichtet wurde die Burg von dem Lieblichen Maiglöckchen, illuminiert wurde das Ganze dann von dem guten alten Freund von Flügel Audio.
Nachrichten am Abend: Völkerwanderung vom Freibad
Völkerwanderung aus einem Freibad in Neukölln bei 37 Grad - die Bürgersteige über dem VP Hasenheide waren voller Menschen, aber nicht wegen "Public Viewing":
"Der Grund war eine Massenschlägerei am Beckenrand. Nach den Worten des Sprechers der Berliner Bäderbetriebe, [...] waren offenbar `konkurrierende Familienclans mit Migrationshintergrund` gegen 17 Uhr aneinander geraten." - zum Bericht
Pfeifen, dabei hätten sich Wetter und Ort hervorragend für eine zünftige Wasserschlacht geeignet. Keine Fantasie ... Und die Integrationspolitik hat wohl noch ein paar Hausaufgaben zu machen im aufstrebenden "Szenebezirk".
08/07/10
Jugger - Wiki gestartet
Es ist soweit, nachdem im Jugger-Forum die Anregung zur Gründung
eines Wikis kam, haben wir (Nalf
und ich) uns hingesetzt, Software gesichtet und konfiguriert, einen
Grundstock ein Einträgen und Seiten geschrieben und können nun den
Startschuss verkünden:
Das Jugger-Wiki ist klar zum Abheben!
Themen sind bislang Pompfenbau, Training und Aufwärmübungen und dergleichen. Jeder kann im Wiki lesen. Wer gern mitschreiben möchte (und wir hoffen auf rege Beteiligung), kann sich registrieren und freigeschaltet werden - wie, steht im Forum. Als Software kam DokuWiki zum, Einsatz, das Beiträge nicht in Datenbanken, sondern in TXT-Dateien speichert. Es sieht gut aus, mal sehen, wie es sich bewährt.
Künftig soll es unter der einheitlichen Adresse wiki.jugger.org erreichbar sein. Wie Forum und JTR ist es derzeit auf einem externen Server, dem von jugger.de, gehostet.
Jetzt aber erstmal: Viel Vergnügen beim Stöbern und Mitschreiben!
06/07/10
World of Warcraft: Wenn Sie nicht wollen, daß es bekannt wird, schreiben Sie es halt nicht ... oder so
In der im Druck befindlichen Publikation "Orte
der Wirklichkeit" (Springer Wissenschaft) geht es um die
Nutzung Neuer Medien, um die Risiken und nicht zuletzt um die Kompetenz
im Umgang mit eigenen Daten und Privatsphäre.
Von daher ist die neue Meldung besonders interessant: Das MMORPG "World of Warcraft" stellt seine Diskussionsforen im Rahmen eines "Freundschaftssystems" auf Klarnamen um - das bedeutet, daß jeder den realen Vor- und Nachnamen des Schreibenden lesen kann. Jeder kann also künftig herausfinden, wann eine reale Person (wie Paulchen Hastdunichtgesehen, Charaktername -Dragonsnightmare-) welche Meinung im Forum der gigantischen Firma geschrieben hat. Zitat:
"[Das System] wird dies zu einer besseren Umgebung in den Foren führen, konstruktive Unterhaltungen fördern und die Blizzard Community auf eine Art und Weise zusammen bringen, in der sie bisher nicht verbunden war. [Zudem] ist es für uns sehr wichtig, eine neue und innovative Umgebung für Online-Gaming zu schaffen, in der die soziale Interaktion im Mittelpunkt steht und die Spielern den perfekten Ort bietet, um langfristige und tiefgründige Beziehungen aufzubauen." - Quelle
Das betrifft auch die bereits wegen seiner befürcheter DRM-Probleme diskutierte Neuausgabe eines Klassikers, StarCraft II, und weitere Spiele. Wie fefe schreibt, steckt vermutlich das Verlangen nach der Teilhabe am Erfolg "Sozialer Netzwerke" hinter den Bestrebungen.
Nun, vermutlich wird das World of Warcraft-Spieler nicht stören - wenn doch, und wenn sie also auf freie Foren ohne Identitätsveröffentlichung ausweichen sollten, wäre es immerhin ein Zeichen für eher unerwartet hohes Problembewußtsein. Wobei wohl jemand, der glaubt, seine Online-Spielaktivität würde von dem Unternehmen nicht mit seinem Klarnamen gespeichert und gegebenenfalls auch genutzt werden, eher naiv zu nennen sein dürfte.
Personaler großer Unternehmen dürften sich jedenfalls auf wunderschöne lange Gesichter der künftigen Bewerber freuen - "Ah, Sie sind also der große Gewinn für unser Unternehmen. Toll. Und Ausdauer haben Sie wirklich. Wie ich sehe schreiben Sie ja auch noch um drei Uhr früh Beiträge mit fünf Ausrufezeichen - da waren Sie ja mächtig sauer, was?, haha ... ach weißt du, mein Junge, davon möchte unsere Firma dich auch gar nicht abhalten. Wiedersehen."
Nachtrag: Einige Benutzer wehren sich auf ihre Art: Sie vberöffentlichen Adresse, Telefon, Lebenslauf und Bilder vom Hauseingang von Mitarbeitern, die die Sache engekündigt haben.
26/06/10
"Hungrig bleiben!?": Ein Theologe über das (letzte) Abendmahl und seinen Hintersinn - lesenswert!
Gewöhnlich bin ich an Theologie nicht besonders interessiert, außer
im historischen oder gesellschaftlichen Kontext. Aber das Buch über die
Frage der trennenden Wirkung des Abendmahls, das der Bamberger
Theologe und katholische Priester Prof. Joachim Kügler verfasst
hat, hat meine Aufmerksamkeit dann doch gefesselt. Schon die Person des
Autors ist faszinierend: Lehrstuhlinhaber der Neutestamentlichen
Wissenschaften der Universität Bamberg, war er sich nicht zu
schade, beispielsweise die Prieserweihe für Frauen zu fordern.
Selbstredend stieß er bei den Ultrakonservativen auf entsprechenden
Unmut.*
Und auch in diesem Buch - das sich immerhin mit einem Kernmerkmal
jeder katholischen Messe auseinandersetzt - wird rasch klar, daß es sich
bei ihm nicht um einen salbungsvollen, aber willenlosen Nachbeter und
Radfahrer handelt, sondern um einen kritischen Geist, der seine
wohluntermauerte Kritik an Herzstücken der katholischen Kirche anbringt.
Darüber hinaus mit viel Humor. So sind hier Textstellen zu lesen wie:
"Wir
wissen nicht, wie Jesus ausgesehen hat. Die meisten Darstellungen zeigen
ihn asketisch schlank. Vielleicht war er ja in Wirklichkeit eher etwas
mollig. Eine sehr ungewohnte Vorstellung [...] Jesus muss jedenfalls ein
Mensch gewesen sein, der gerne gegessen und getrunken hat." (S.
14)
Und als pure Häresie muß den Konservativen erscheinen, was er
an anderer Stelle schreibt:
"Wenn heute immernoch manche
Priester meinen, sie müssten die Wandlungsworte möglichst tief in den
Kelch hauchen, dann erscheint das aus der Perspektive des Neuen
Testaments und der Alten Kirche als ziemlich abgedreht. Es geht nicht
darum, dass der Wein auch hört, dass er sich jetzt verwandeln muss."
(S. 57 f.)
Schon der Untertitel muß konservativen Katholiken wie eine Herausforderung vorkommen: "Warum das Mahlsakrament trennt und wie man die Trennung überwinden könnte."
Doch Kügler geht es hier wie gesagt nicht um eine billige und heutzutage allzu beliebte Provokation um der Provokation willen - vielmehr greift er frontal Probleme in der Eucharistie selbst an, und tut dies nicht demagogisch oder gar polemisch, sondern mit stichhaltigen Argumenten. Aber eben mit einem beinahe schelmenhaften Humor, der die vorgeschobene Ernsthaftigkeit der Althergebrachten nur noch mehr entlarvt.
Insgesamt ein hochintelligent geschriebenes, sachlich-kritisches und dennoch sehr gut zu lesendes Buch über das hochsymbolische christliche Ritual.
Joachim Kügler: Hungrig bleiben. Warum das Mahlsakrament trennt und wie man die Trennung überwinden könnte, echter, Würzburg 2009 [ Leseprobe ]
*) Nachtrag: Der Vatikan hat die versuchte Ordinierung von Frauen zu einem der schwersten Verbrechen deklariert.
20/06/10
Uhus kleine Tipps für die eigene Lesung
Lesungen sind ein fester Bestandteil im Leben eines Autors. Da hohe
Vorschüsse eher unüblich sind und eher nur die großen Verlage
fünfstellige Summen zahlen, die dann aber zumeist auch passgenaue
Schreiberei haben wollen, hingegen kleinere Verlage sich am unteren Ende
der Vierstelligkeit bewegen, stellen Lesungen nicht nur ein Zubrot dar.
Sie sind vielmehr das eigentliche Honorar für die Arbeit an einem Buch.
Mit dem Buch wird also quasi erst die Möglichkeit zur Akquise von
Honoraren für dieses Buch geschaffen.
Darüber hinaus sind
Lesungen natürlich auch etwas ganz Besonderes. Immerhin präsentiert hier
der Autor oder die Autorin persönlich ihr Geschriebenes einer
Zuhörerschaft, darf mit Lob rechnen, muß aber auch erwarten, von einem
Erbsenzähler im Publikum gelöchert zu werden. Immerhin erlebt man hier
den eigenen Text hautnah sozusagen in freier Wildbahn. Und der per se
alltägliche einsame Akt des Schreibens wird nun von einem gemeinsamen
Erlebnis abgelöst. Plakate im Vorfeld oder Presseberichte im Nachgang
können eine schöne Bestätigung der eigenen Arbeit sein.
Gerade wer noch nie eine Lesung gehalten hat, wagt sich damit auf Neuland voller kleiner und großer Unbekannter. Wie wird die Veranstaltung besucht sein? Welcher Menschenschlag wird wohl anwesend sein? Wird man laut genug, flüssig genug, lange genug lesen können? Wie wird man vom Veranstalter betreut werden? Wird er einen nach der Lesung sitzen lassen, oder nach dem intensiven Erlebnis hinausbegleiten? Was tun, wenn ...?
Als ich 1997 meine erste Lesung hielt, hatte ich mich nur wenig darauf vorbereitet. Durch ein paar kleine Tricks gelang es mir, die Sache ganz gut über die Bühne zu bringen. Seither habe ich viele hundert Lesungen durchgeführt, vor allen Schularten und Altersgruppen, in Bibliotheken und Buchhandlungen, vor gespanntem über lethargisches (auch scheintotes darunter) bis hin zu quirligem Publikum. Gern teile ich meine Erfahrung - aber ausgelernt habe ich noch lange nicht ... Ganz egal, wie viele ich noch halten werde: Jene erste Lesung damals werde ich gewiß nie vergessen, denn es war immerhin das erste Mal. Und allein wegen dieser Erinnerung sollte das erste Mal nicht völlig danebengehen. Daher finden sich nun ein paar Tipps aus meiner Praxis, die zum Gelingen der Veranstaltung beitragen können, auf ⇒ Uhus Nest. Auch für jene, die nicht einem Mittelsmann ("Agent") ein Fünftel ihrer Einnahmen für marginale Organisationsbeschäftigung in den Rachen werfen wollen.
Das allerwichtigste ist aber immer: Locker bleiben. Es ist keine Prüfung - Sie sind der Autor, die Leute wollen Sie hören, Sie lenken die Veranstaltung und werden sie nicht enttäuschen. Und letztenendes ist es nur eine Lesung! Mit der Einstellung kann schon fast nichts mehr schiefgehen.
19/06/10
José Saramago: In Gedenken an einen großartigen Autor
In Zeiten der marketinggerechten Popliteratürchen, der lexikalisch aufgepeppten Bildungswälzerlein und lesergerechten Romänchen mit möglichst wohlfeiler politischer Aussagekraft ist der Tod eines Großen unter den Literaten ein unschätzbarer Verlust. Und sein Tod ist eine Verpflichtung an seine Berufskollegen, sich ihrer Verantwortung zu erinnern: Der politisch-gesellschaftlichen Verantwortung, die ein Schriftsteller durch die inhärente Freiheit seines Tuns trägt. Keiner behaupte, diese Freiheit gäbe es nicht: Das opportunistische Greifen nach den Sternen im Namen einer extrem kurzlebigen Vermarktungs-Unkultur ist velleicht verständlich, aber letztlich eben nur opportunistisches Wegschieben dieser Verantwortung zugunsten höherer Vorschüsse und theoretischer oder praktischer Verkaufschancen. Freiheit muß erkämpft werden, gerade in einem Literaturbetrieb, der gern clownesk anmutet und so oft dem scheinseriösen und selbstgefälligen Klamauk anheimfällt. Selbstinszenierungen wie Stirnritzung und Wasserglaswerferei gehören auf die Bühne oder in die Politik.
José Saramago war zeitlebens kein
Opportunist. Für seine politischen Überzeugungen stand er ein,
vor allem aber war er ein unvergleichlicher Autor, der zu Recht
in einer Reihe mit Grass steht (und ihn nach meinem Befinden
übertrifft) - sein Schreibstil ist wie ein Rausch, der sich aber
dem Leser nicht billig hingibt. Vielmehr fordert er die Hingabe
des Lesers ein, um sie dann um so intensiver zu belohnen, ganz
ohne den so modernen überflüssigen Zierrat ausufernder
Kulissenbeschreibungen, ganz auf die Sache konzentriert.
Saramago war ein Kämpfer, wie es nur
wenige gibt. Er bleibt eines der wahren Vorbilder. Für
Menschlichkeit und den Mut, für diese zu streiten. Möge sein
Werk Literaten anregen, in gleicher unhysterischer, aber um so
schärferer Form die Gesellschaft an ihre Schwächen zu erinnern
und vor kleingeredeten Fallstricken zu warnen. |
18/06/10
Größtes Juggerfeld: Tempelhofer Rollfeld
Heute war zum zweiten mal TSV Rudow (Jugger - Teams Skull! und
!Lluks) trainiert seit dem 8. Juni auf dem Rollfeld des ehemaligen
Flughafens Tempelhof. Nachdem das Rollfeld für die Öffentlichkeit
zugänglich gemacht wurde (mit Parkwächtern und abendlicher Schließung)
konnte der Sportverein von der Hasenheide auf das attraktivere, riesige
Gebiet mitten in Berlin ausweichen. Schon die Weite, die sich dem Auge
nach der Reise durch die dichtbebaute Stadt darbietet, ist
beeindruckend. Traingszeiten und den genauen Ort gibt's
hier.
Der Kinderkanal (kein Link, weil keine permanenten Seiten) war auch wieder da - sie scheinen einen Narren an dem Jugendteam !Lluks gefressen zu haben.
Der Uhu führt hier ein Weblog, ist aber gewiß kein "Blogger".





