08/02/10
Sitzblockade gegen Google Street View-Wagen?
Das wäre doch mal eine gute Idee, nicht wahr? Wie sonst soll derlei
aufgehalten und Öffentlichkeit sensibilisiert werden? Die Route der
"Street Cars" wird ja teilweise schon
verfolgt.
Tech Tags:
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07/02/10
Bilder zum Sonntag
An dieser Stelle nur drei nette Bilder zum Sonntag. Zum Vergrößern
anklicken.
Das unterste stammt vom Sowjetischen
Ehrenmal in Treptow und charakterisiert in seiner Dramatik ganz gut
das Ensemble; eine Dramatik, die hinter dem Anlaß für diese
Gedenkstätte, seinen bedrückenden Sarkophagen mit Stalin-Zitaten und den
über 7.000 Einzelgräbern allerdings immernoch verblasst.
Scherz zum Sonntag: DE-Mail für 20 Cent/Mail
Höchst amüsante Neuigkeiten von den Experten für Neue Medien bei der Post: Man träumt, wie fefe sehr treffend schreibt ziemlich feucht davon, pro Mail 20 Cent zu kassieren, bei der "DE-Mail", die doch schon allein durch den Zusatz "vertrauliche Online-Kommunikation" ein echter Schenkelklopfer ist. 1&1 ist auf diese Idee zur gar prächtigen "Wertschöpfung aus dem Nichts" auch gleich eingesteigen.
Ganz hervorragende Idee. Hat auch was von natürlicher Auslese: Wer das benutzen wird, der ist wirklich selber schuld.
Und da es Sonntag ist, an dieser Stelle ein frommes Gebet: Herr, sch... Hirn vom Himmel!
PS. Daß diese Art technischen "Fortschritts" ein Naturgesetz und
also unabwendbar sei, können nur einfältige Narren glauben. Wenn also
jemand dagegenhält, daß man "halt irgendwann einfach
gezwungen sein wird, diese DE-Mail für offizielle Kommunikation zu
benutzen", dem kann nur gesagt werden:
Wird man nicht.
Außer, wenn es in unserer Demokratie von uns Bürgern widerstandslos
zugelassen wird. Und wir wären dann also folgerichtig ... selber schuld.
04/02/10
Uhus Nest neu eingerichtet
Endlich ist es in Angriff genommen und auch schon geschafft!
Uhus
Nest bedurfte einer Überarbeitung von Grund auf, einer einheitlichen
Gestaltung und etwas modernerer Technik "unter der Haube". Nun ist eine
passende digitale Felsnische gefunden und in dieser sehr uhufreundlich
mondbeschienenen Nacht bezogen worden. Die Seite ist auch das Ergebnis
aus der Erfahrung mit diversen
Webseitenaufträgen
und CSS-basiert. Und selbstverständlich sind es handgeschriebene
statische Seiten ohne Webkithilfe, Datenbankimplementierung und
dergleichen. Wie immer wird hier und da immer wieder gewerkelt werden,
beispielsweise wird die flickr-Einbindung auf den meisten Seiten noch
gegen statische Bilder getauscht, aber im großen und ganzen ist es
fertig.
Falls einige Links von externen Quellen auf nun nicht mehr vorhandene Seiten dementsprechend ins Leere führen, bitte ich das zu entschuldigen; im Rahmen des Neubezugs habe ich die Seiten auch auf SSI umgestellt, weshalb es die alten .htm-Seiten nicht mehr gibt oder sie nur noch als Weiterleitung funktionieren. Und wenigstens ist die 404-Seite ... nun ja, quasi historisch inspiriert. Falls die Seiten aus irgend einem Grunde auf einem einigermaßen aktuellen Rechner Probleme bereiten, so bin ich für eine kurze Benachrichtigung dankbar!
Unterseiten wie indianer-leben.de oder auch dieses Weblog gilt es noch anzupassen, aber gut Ding will Weile haben. Bis dahin erst einmal frohes Stöbern!
31/01/10
Spontaneität lernen: Den eigenen Schild wegwerfen
Es gibt eine ganz neue Pompfervariante: Schild wegwerfen und einhändig den Spielzug fertigspielen. Die Gegner waren so verwirrt, plötzlich einen Schildspieler ohne Schild herumflattern zu sehen, daß die verzweifelte Fechteinlage als durchaus erfolgreich verbucht werden kann - wennglech sie unfreiwillig zustande gekommen ist: Mitten in einem Spielzug sind gleichzeitig beide (sehr robuste) Zurrgurte des Schildes an den gleichen Stellen gerissen.
Na, welcher Schildmann kann von sich behaupten, seinen Schild auf die Art geliefert zu haben? Wir sprechen hier immerhin von Zurrgurten.
29/01/10
Abmahnungen: Heute schon gezahlt?
Noch nie Musik getauscht und trotzdem eine Abmahnung über 450 Euro wegen illegalem Musiktausch bekommen?
Kein Problem scheint das bei der derzeitigen Rechtslage zu sein – man
möchte es für einen Scherz halten. Denn die Beweislast kehrt sich hier
nicht nur einfach um, offensichtlich ist man bei entsprechend
kompetenten Richtern automatisch schuldig, wenn ein findiger Anwalt das
mal eben behauptet und mit angeblichen IP-Adressnachweisen wedelt.
Vollkommen unabhängig davon, ob man zur fraglichen Zeit überhaupt den
Rechner angeschaltet hatte und zu Hause gewesen ist.
Absurd? Von
wegen: Realität. In gewisser Weise hat es unser Rechtsstaat damit
geschafft, noch hinter die Zeit der Hexenprozesse zurückzufallen - denn
dort mußten die Beschuldigten zumindest ihre Schuld, wenn auch unter
Folter, eingestehen. Andererseits, den Ruch der Wasserprobe hat dieses
IP-Fischen dann ja schon. In sofern ist dieses Urteil ja vielleicht doch
etwas zu hart. Aber das soll demenstprechend jetzt der Beschuldigte
widerlegen.
Bei näherem Besehen handelt es sich nicht einfach um Schluderigkeit in
einer Bagatelle. Das Problem reicht weitaus tiefer: Beweist es doch, wie
Gerichte mit einer neuartigen, ihnen unbekannten Sachlage umgehen
können. Anstatt ihrer höchsten Verantwortung nachzukommen und sich
umfassend in Kenntnis zu setzen, jener Verantwortung, die immerhin ihre
einzigartige Machtstellung als Richter innerhalb unserer Demokratie erst
legitimiert, setzen sie sich über nichts Geringeres als absolut
grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien hinweg und annulieren
kurzerhand die Beweispflicht gegen einen Angeklagten: Das Urteil wird
einzig und allein gemäß dem persönlichen Geschmack des Richters gefällt.
Wenn man es genau nimmt, erweckt das Verhalten solcher Richter daher den
Verdacht der staatsfeindlichen Umtriebe.
Sicherlich wird sich irgend
ein juristischer Winkelzug in den Gesetzestexten finden, mit dem derlei
selbstherrrliche Entscheidungen legitimiert werden sollen, aber
solcherlei Spitzfindigkeiten machen die Sache angesichts der Tatsachen
keinen Deut besser. Im Gegenteil.
Wie dem auch sei - Deutschlands Richter wünschen viel Spaß beim Leeren Ihres Briefkastens. Vielleicht findet sich ja morgen dort ein solches Schreiben für Sie.
Kleiner Beitrag im c't Magazin zum Thema Abmahnungen.
Aktualisierung: Das überaus kompetente und dafür gewissermaßen
berühmt-berüchtigte Landgericht Hamburg ist der Ansicht, daß man nicht
mal mehr zum Postkasten gehen muß. Es reicht
für derlei eine E-Mail. Das ist jene Kommunikationsform, die
sich durch SPAM-Filter auszeichnet. Wo genau solche Schreiben hängen
bleiben dürften. Vermutlich ist es nach Ansicht dieser geballten
Kompetenz auch rechtens, jemanden per Mail abzumahnen, der keinen
Computer und keine Mailadresse hat. Er hätte sich ja eine zulegen können.
Bravo,
großes Kino - ich bin dafür, schleunigst einen Grund für Abmahnungen
gegen die Richter und Beisitzer dieses Landgerichts zu finden. Und ihnen
diese Abmahnungen natürlich nur per Mail zuzustellen. Könnte lukrativ
werden.
Aktualisierung II: Es zeigt sich aber auch Licht am Horizont. Am AG Frankfurt scheint es beispielsweise durchaus kompetente Richter zu geben: Gericht stellt Erlösmodell der Abmahn-Industrie in Frage
28/01/10
Apple iPad: Der Apfel wird ... seltsam et time of the Nudelholz
Da hat die Firma Apple also einen neues Gerät auf den Markt gebracht,
was auch in den öffentlcihen Medien wie
der Tagesschau auf erhebliches Echo stieß.
Bei näherem
Besehen weist der "iPad" allerdings Merkwürdigkeiten auf: So laufen dort
wohl nur
Programme, die aus dem AppStore von Apple geladen werden – und der
scheint auch mal Anwendungen zu entfernen, die ihm
nicht passen. Auch die Anschlüsse am Gerät sind wohl
gewöhnungsbedürftig (nicht, daß es endlich einen USB-Standard gäbe).
Das
Allerbeste: Dieses Küchenbrett für Yuppies ist nicht einmal
multitaskingfähig ... und das war, im Gegensatz zu MS-DOS, schon in Macs System
6 möglich, ist also eigentlich eine typische Mac-Eigenschaft.
Urgestein Dave Winer kommentiert das Ganze aus seiner Sicht:
"But given the lack of imagination and execution in this product, it's a cruel joke that illustrates that all that remains of Apple's brilliance is Apple's arrogance."
Dies gepaart mit der Tatsache, daß sich auf dem nur wenige Jahre alten iMac hier inzwischen vier vertikale bunte Linien im TFT darstellen, darf man wohl Zweifel an der Apple-Hardware hegen. Ich hole mir bald einen hässlichen, aber günstigen 08/15-Tower und zwinge ihm das weiterhin phänomenale Betriebssystem auf. Solange das noch Programme von außerhalb des AppStores zuläßt, versteht sich.
Nachtrag: Alex
Payne kommentiert: "If I had an iPad rather than a real computer
as a kid, I'd never be a programmer today. [...] We have the technology
and the incentive to build the future of computing in an open way. The
only reason not to is greed, laziness, and hubris."
Treffend
dazu
der Schockwellenreiter: "Für mich jedenfall steht fest: Ein
Computer, auf dem weder Processing noch Python läuft, ist kein Computer,
sondern eine Fernsteuerung."
Nachtrag II: Ladies and Genttlemen, this is the time of the
Nudelholz: Jetzt bekommt nicht nur Apple wegen diesem
Hochglanz-Küchenbrett eins aufs Dach, sondern die
Firma Adobe mit ihrem proprietären Flash-Format in den Nutzerkommentaren
ihres Blogs gleich mit dazu - weil sie sich beschwert haben, daß
eben ihr proprietäres Flash nicht auf dem iPad läuft. Nur ein Beispiel
aus der Diskussion:
"With upcoming web technologies — including
canvas, HTML5 video and audio [...] — we will see the proprietary
software of Flash fade away for much more powerful and accessible
content. The iPad/iPhone/iPod touch gives us a valuable customer base to
target with these technologies that will push other browsers to move
forward."
Fangschuß.
27/01/10
Die Kehrseite der umfassenden Nebenrechtsausnutzung: Komplette Buchteile als PDF auf Uniservern
Verlage sichern sich derzeit oft ultimativ in ihren Verträgen auch die Nutzung der Nebenrechte im digitalen Bereich. Sprich, das Buch wird nicht nur gedruckt, sondern "weil man mit der Zeit gehen muß" auch als PDF zum kostenpflichtigen Download angeboten.
Dumm nur, daß es dann um so leichter fällt, diese Bücher auch ganz öffentlich anzubieten. Und das nicht von "bösen" Filesharern und Piraten, sondern beispielsweise auch von Institutionen wie der Universität München. Die erlaubte sich, den Anhang mit den Arbeitsblättern unseres Buches "Der Riss in der Tafel" als PDF zum freien Download zur Verfügung zustellen.
Ich bin wahrlich kein Freund der ganzen Erklärungen zum Thema des sog. "Urheberrechts", die oft eher für mangelnde Kompetenz seitens der Unterzeichner sprechen. Aber solch ein grober Verstoß geht nicht. Das wird der Verlag der Uni jetzt wohl erklären.
Nachtrag: Die Uni hat sich entschuldigt und will die Daten vom Server löschen.
Handel pur: Schwarzer Kubus bietet sich selbst immer wieder auf ebay zum Verkauf an
Eine Auktion der besonderen Art: Ein Künstler bietet einen schwarzen Kubus mit Internetverbindung auf ebay an, der von seinem Käufer dann sofort erneut zum Verkauf gestellt werden muß. Ein Sammlerstück der besonderen Art, und für den Künstler mit 15% Beteiligung möglicherweise ziemlich profitabel.
Aktuelles Gebot: 4.250,00 Dollar.
26/01/10
Top-Feature: Öffentliche Videoüberwachung im Mitte-Café
Vermutlich ein mittlerweile alter Hut, aber im Café Barcomis
in Mitte wird eine wohl während der Öffnungszeiten aktive "Live-Cam"
angeboten, über die man die Räumlichkeiten des Cafés bewundern kann -
und auch gleich sieht, wer denn gerade mit wem Kaffee trinkt. Wie in den
folgenden Bildzitaten zu sehen, ist die Webcam bei vollem wie leererem
Hause aktiv, und es sind einige Gäste durchaus gut erkennbar (die
Screenshots sind zudem stark verkleinert; der Unschärfeeffekt bei der
Dame im Vordergrund oben ist Bewegungsunschärfe). Mit Googles
angekündigtem Gesichtserkennungs-Feature könnten sie dann irgendwann
auch direkt und namentlich identifizierbar werden.
Hauseigene Webcam, zu der das Café von seiner Webseite aus verlinkt.
Am
Dienstag ist es zwar noch recht leer, aber warum gehen die anwesenden
Gäste nicht ihrer Arbeit nach? Haben sie keine? Sind sie etwa
krankgeschrieben? Fragen über Fragen.
Und wer trifft sich am Sonntag Mittag mit wem?
Ob den
Abgebildeten sich wohl wirklich bewußt ist, daß sie gut erkennbar
beobachtet werden können?
Die Gäste werden vermutlich mehr oder minder unbewusst irgend einer kruden AGB zugestimmt haben, gemäß der ihre Tätigkeit innerhalb Etablissements weltweit ausgestrahlt werden darf. Ein klarer Mangel ist jedoch die Abwesenheit einer WC-LiveCam. Ach ja und Ton wäre nett!
Ein schöner Fall von Lamm Läuft Begeistert Zur Schlachtbank. Es ist zu befürchten, daß dieses Beispiel (weiter) Schule macht.
Merke: Nur noch mit Sturmhaube ins Café gehen.
Nachtrag: Zufall, am 28.1. kam in den Tagesthemen ein Beitrag über das einfache "Abhören" bzw. "-sehen" (auch mit Ton) von Sicherheitskameras in Apotheken und anderen Geschäften. In diesem Falle hier ist es noch einfacher.
Bei der Gelegnheit: Ein Interview zum thema Privatheit im Internet, Google Street view, Geichtserkennung dergleichen.
7:17 Mäuse: Fast so gut wie der Bundestag
Nicht ohne Stolz darf verkündet werden, daß bereits sieben Mäuse erlegt wurden (siehe Mouse Count rechts oben). Damit liegt die Fangquote bei - ordentlich gerundet - 40% im Vergleich zum weitaus größeren Bundestag/Paul-Löbe-Haus, wo 17 Stück in Lebendfallen gefangen und nun umgesiedelt worden sein sollen.
Üblicherweise dienen die Springer-Medien hier nicht als Quelle, und überwiegend in Medien eben dieses Konzerns findet sich bislang die Meldung. Daher soll auf die angeblichen Kosten der Aktion nicht weiter eingegangen werden. Sicherlich jedoch ist die Fangmethode hier um einiges kostengünstiger, da die Nager nicht an einen fernen Ort verbracht werden müssen, sondern vor Ort bestattet werden können und eine sehr effektive Falle für einen Euro eine außerordentlich lange Dienstzeit leisten kann.
Maus zu sein, besitzt schon ein gerüttelt Maß an Tragik: Ein süßes kleines Nagetier, das an sich ganz friedliebend ist und das nicht recht als Feindbild taugen will, dessen Schreddervorliebe ein Amlebenlassen aber verbietet (nein, werte Frau v.d.L., Stoppschilder haben sie bislang nicht beeindruckt, tut mir Leid. Wir haben es ja versucht). Und Menschen, die aus der Kühltheke ihr Schnitzel wählen, sollten besser kein Mitleid heucheln, oder hat etwa ein Schwein aus Massentierhaltung den Tod verdient, nur weil es nicht ganz so niedlich ist?
25/01/10
Entwurf zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Totalschaden, auch für Weblog-Betreiber
Es muß vorangeschickt werden, daß ich mir nicht sicher bin, ob das
Ganze ein sogenanntes "Fake" ist oder tatsächlich in dieser Form
vorliegt. Der mutmaßliche Entwurf
für einen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag liest
sich jedenfalls wie ein Witz.
So wird dort verlangt:
"Ist eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung auf Kinder oder
Jugendliche unter 16 Jahren anzunehmen, muss die Sendung durch
akustische Zeichen angekündigt oder durch optische Mittel während der
gesamten Sendung als ungeeignet für die entsprechende Altersstufe
kenntlich gemacht werden."
Sprich, wenn Sie das nächste Mal
einen etwas drastischeren Krimi oder Actionfilm genießen wollen, soll
dort die ganze Zeit ein Warnkennzeichen leuchten.
Weblog- und Forenbetreiber müssten stets sämtliche Inhalte auf eine
mögliche Gefährdung hin kontrollieren, bewerten und ggf. löschen:
"Die Kennzeichnung von Angeboten, (...) (die) nicht vollständig in den Verantwortungsbereich des Anbieters fallen, insbesondere weil diese von Nutzern in das Angebot integriert werden (...) setzt voraus, dass der Anbieter nachweist, dass die Einbeziehung oder der Verbleib von Inhalten im Gesamtangebot verhindert wird, die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen. Der Anbieter hat nachzuweisen, dass er ausreichende Schutzmaßnahmen ergriffen hat. Dieser Nachweis gilt als erbracht, wenn sich der Anbieter dem Verhaltenskodex einer anerkannten Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle unterwirft."
Man "unterwirft" sich einem Feind oder einem Despoten, nicht aber etwas,
das man achten will.
Noch viel schwerwiegender aber ist der Umstand,
daß man im Falle einer "Beeinträchtigung" (auch schon bei
Beeinträchtigung bis 6 Jahre, so scheint es)
"durch technische oder sonstige Mittel die Wahrnehmung des Angebots
durch Kinder oder Jugendliche der betroffenen Altersstufe unmöglich
macht oder wesentlich erschwert oder
2. die Zeit, in der die Angebote
verbreitet oder zugänglich gemacht werden, so wählt, dass Kinder oder
Jugendliche der betroffenen Altersstufe üblicherweise die Angebote nicht
wahrnehmen."
Wie immer das technisch gehen soll. Damit eine Zugriffssperre für bestimmte Altersgruppen technisch umgesetzt werden kann, wäre der nächste Schritt die Einführung eines Internet-Passes, der das Alter des Benutzers verifiziert; dies wiederum wäre wohl nur möglich durch biometrische Identifizierung (Fingerabdruck, Gesichtsbild) bei Benutzung. Vielleicht steckt das hinter solchen Überlegungen.
Das Ganze ist vollkommen absurd. Aber wahrscheinlich soll es nur als
Grüner Elefant dazu dienen, ansonsten undurchführbare Beschränkungen als
"vergleichsweise nicht so schlimm" durchzudrücken.
Oder
es ist wirklich eine Fälschung, die in sofern beachtlich wäre, als das
Vorgegebene unseren offensichtlich mit den Neuen Medien völlig
überforderten führenden Damen und Herren vollkommen zuzutrauen ist.
13.2.: Naziaufmasch in Dresden blockieren
Wenngleich ich mich mit den genauen Hintergründen der Sperrung der Webseite Dresden Nazifrei nicht auseinandergesetzt habe, ist das doch ein willkommener Grund, auf den Neonazi-Aufmarsch in Dresden hinzuweisen und auf den Protest dagegen. Das Phänomen Neonazis ist kein abstraktes Problem, wie schon ein Blick in die Kriminalitätsstatistik unter Körperverletzung und Bedrohung beweist.
Und gerade unter einer Frau Köhler, die wieder einmal Rechts und Links gleichgesetzt sehen möchte, ist sich dies zu vergegenwärtigen um so wichtger.
24/01/10
Schrecken für die Kurzen
Brandenburgische Winternächte: Der Schrecken der Kurzen (entdeckt in einem RE nach Mitternacht)
22/01/10
Disclaimer: Ich war's nicht
wirklich! Muß der Kleber mit gemeint sein.
Ergänzung: Oha, jetzt ist da tatsächlich eine 61 Einträge lange Diskussion in den Kommentaren entstanden, in Teilen durchaus Zehlendorf-schwäbisch. Mit Popcorn durchaus zu genießen.
20/01/10
Mit der A100 wird alles besser
... für die Firmen, die den richtigen Wein mit den richtigen Leuten
zu trinken wissen, so viel ist sicher.
Für die Autofahrer und Anwohner aber nicht gerade. Staus bis zu 25 Minuten am Treptower Park (beide Richtungen) und Rückstau auf die Autobahn, schätzt ein Gutachten für den Bezirk. Aber das wird doch aufrechte Berliner Politiker nicht stoppen.
Ach und zur Erinnerung: Diese Verlängerung der Autobahn um 3,2km soll 442 Millionen Euro kosten.
17/01/10
Offener Brief: Die Deutsche Bahn braucht dringend unser aller Mitgefühl.
Liebe Deutsche Bahn,
völlig unvermutet begann es mitten im Winter zu schneien. Da ist es vollkommen natürlich, wenn Züge reihenweise ausfallen, hier und da Toiletten und Wasser in den Ersatzzügen nicht funktionieren und das "Bistro"-Personal noch in einem anderen verspäteten Zug festhängt. Das ist ja wirklich ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag für ein so ambitioniertes und ganz allein durch eigene Leistung emporgekommenes Internationales Logistikunternehmen, wie Ihr eines sein wollt, und ungerecht ist es, da Ihr ja trotz der enormen Herausforderungen des Güterverkehrs tatsächlich noch voll der Gnade Menschen befördert. Noch dazu zu derart außerordentlich günstigen und fahrgastorientierten Fahrpreisen. Da haben wir größtes Verständnis dafür, daß sich eine Schneeflocke, immerhin in unseren Breiten ein exotisches Phänomen, zwischen den runderneuerten Achsen eines ICEs verhaken kann.
Daß ein Unternehmen, das gerade die S-Bahn Berlin kaputtgespart hat, nun dringend Nothilfe braucht, versteht sich doch ganz von selbst. Vielleicht kann die Regierung ja auch Euch einen kleinen Rettungsfonds einrichten. Es wäre so schön! Nein, wir dürfen nicht schimpfen. Es gilt, die Kälte mannhaft zu ertragen, ja mehr noch, wir sollten unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme für Eueren aufopferungsvollen Einsatz dadurch beweisen, daß wir in die zweifelsohne kälteklirrenden und zugigen Manageretagen heißen Glühwein bringen und ihn mit einigen tröstenden und aufmunternden Worten darreichen.
Aber undankbares Pack, wie wir sind, werdet Ihr auch diesen geringen Trost nicht erhalten. Die Welt ist wirklich einzig bitter Ungerechtigkeit! Wir können Euch also nur wünschen, daß es bald Sommer werde, und daß dann aber nicht etwa an mehreren Tagen hintereinander die Sonne scheine.
In inniger Anteilnahme,
Ihre Personenkunden
Allgegenwärtige Gesichtserkennung: DIE ZEIT ruft zu Flashmobs vor Googles Serverzentren auf
Die Firma Google möchte in ihr Mobiltelefon Nexus eine Funktion
integrieren, die die automatische Gesichtserkennung und somit
Identifizierung von Passanten via Internet ermöglicht. Damit wäre - wenn
die Technik dann ausgereift sein wird - theoretisch jeder, jederzeit,
überall persönlich erkennbar, dessen Foto irgendwo im Internet
gespeichert ist. Keine angenehme Vorstellung, zu der der Ausspruch des
Vorstandsvorsitzenden passt, "Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht
wollen, daß es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht
erst tun." (ZEIT Nr. 3 2010, S.1) - na dann Sieg Heil Kameraden.
Sehr erfreulich daher, daß die ZEIT dieses Thema Google und Gesichtserkennung auf Seite 1 gepackt hat. Das ist weder technisch noch politisch neu, aber kommt durch die Titelseite aus dem Eck der Datenschutz-Bürgerrechtsgruppen heraus in eine breitere Öffentlichkeit. Gemäß dem Grundsatz, daß eine Demokratie nur so stark ist wie ihre Bürger, wird dort gegen die geplante allgegenwärtige Gesichtserkennung zu Aktionen aufgerufen: "Mit Demonstrationen oder Flashmobs vor Googles geheimen Serverzentren."
Bleibt zu hoffen, das andere Zeitungen dem Beispiel folgen und tatsächlich eine nachdrückliche gesellschaftliche Diskussion entsteht. Wir sollten schließlich nicht gezwungen sein, alle mit Pappkisten auf dem Kopf herumrennen zu müssen.
PS. Passend dazu: Der Mensch darf nicht zum reinen Datensatz verkommen, soll aber eben dazu gemacht werden, schreibt Frank Rieger (CCC) in der FAZ.
PPS. Und ELENA hat sich auch schon schön eingeschlichen. Also jetzt seid alle brav, dann passiert Euch schon nichts. Sitz, Arbeitnehmer.
16/01/10
Demokratie muß erarbeitet werden
Wegen seiner Bedeutung und mangels Zeit erlaube ich mir den
Beitrag des Schockwellenreiters an dieser Stelle zu spiegeln (er ist
ja keine Redakteurin von der taz, hat zudem eine CC-Lizenz implementiert
und wird mich also nicht dafür abmahnen.)
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Prignitzer Unternehmer ruft zur Rebellion gegen Elena auf: An die DDR-Staatssicherheit fühlt sich Frank Ziggel erinnert, wenn er den Fragenkatalog für den Elektronischen Einkommensnachweis, kurz Elena, vor sich hat. [So] muß der Software-Entwickler etwa ausfüllen, wie oft [seine Angestellten] sich krank gemeldet haben, warum sie die Arbeitszeit reduziert haben und ob es eine Abmahnung gegeben hat. »Da wird ein Steckbrief verlangt« [...] Und deshalb hat er sich entschlossen, Elena zu boykottieren. Ihm droht nun ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro, aber das will er in Kauf nehmen. »Demokratie muß erarbeitet werden«, sagt er. [Märkische Allgemeine] |
14/01/10
Gratulaciones Falco jugger!
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Am 14.1.2007 wurde das Team offiziell aus
Spielern des Mixteams "Titanic" der Deutschen Meisterschaft 2006
gegründet. Es trafen sich die Spieler Niko, Ferdinand, Joki,
Steffen und der federführende Uhu am 14.1. in einem vom Uhu
umgangssprachlich als "Dönerschmiede" bezeichneten Döner-Imbiss an
der U Heinrich Heine-Straße, was dazu führte, daß ein Spieler
vergeblich nach einem Laden namens "Dönerschmiede" suchte und erst
spät kam ...
Dort wurde dann der Teamname besprochen.
"Titanic" wurde als zu negativ verworfen; "Eisberg" wollte auch
nicht recht gefallen. Und als der Uhu ins allgemeine
Teamnamengrübeln einwarf, er habe beim Verfassen des Buches an die
"Juggerfalken" gedacht, da es einen echten Falken mit dem Namen
Falco jugger gäbe, wurde dieser Vorschlag von Ferdinand
aufgegriffen; und so fand Laggerfalke [Falco jugger] schließlich
allgemeine Zustimmung.
Falco jugger auf dem 1. Berliner Juggerpokal 2007, frisch gegründet: "300"
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Der Uhu führt hier ein Weblog, ist aber gewiß kein "Blogger".





